Kein Wille geschehe

Kammeroper in einem Akt

Text und Musik von Andreas Winkler

Musiziert von Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz Köln

Dirigent: Magnus-Cosmas Piontek


Mitwirkende:
Elena Puszta (Sofia), Sofia Pavone (Aline), Rafael Bruck (Bernard), Stephan Hensen (Petrinus)

Orchester:
Stephanie Bucher (Fl, Picc), Elena Kuhnen (Ob), Felicia Kern (Kl, Bkl), Yuumi Matsumoto (Fg), Caroline Kabuß (Hr), Hilde Muribø Berg (Tr), Michael Thelen (Pos), Patrick Jaskolka (Cel, Org), Laura Flanz (Dr, Perc); Katharina Büll (Vl 1), Liora Rips (Vl 2), Martin Jahnke (Va), Eglantine Latil (Vc1), Isabel Severin (Vc), Christina Berger (Kb)

Chor:
Arminia Friebe, Maike Neunast, Sarah Gosau, Veronika Skala
Philipp Lack, Sven Hansen, Paul Diemer, Andreas Weis

Einstudierung Chor:
Patrick Jaskolka, Andreas Weis

Regie: Alexander Kreuselberg

Aufgenommen live am 19. März 2011 im Kammermusiksaal der HfMT Köln von Benjamin Kropp.
Abgemischt und gemastert im Oktober 2011 von Ruben Mesado Estrada im Ekcentrik Tonstudio Germany.
Wir danken sehr herzlich der Hochschule für Musik und Tanz Köln, insbesondere Dirk Neuhof und Benjamin Kropp, für ihre bereitwillige und produktive Unterstützung, ohne welche das Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Stellen Sie sich vor, es stimmt alles das, was man über das Leben nach dem Tode so munkelt –die einen kommen in die Hölle, die anderen in den Himmel. Letzterer ist bekanntlich unendlich groß und weit, dementsprechend kann dort nicht viel los sein. Zeit und Platz genug für die drei Protagonisten dieser Oper, die, im selben Augenblick gestorben und in den Himmel gekommen, einander Rechenschaft über ihr Wandeln auf Erden abzulegen: Sofia als „Opfer“ paranoischer Wahnvorstellungen, Aline als „Täter“ (Pfarrerin und religiöse Fanatikerin), und Bernard als zwangsneurotisch-zynischer „Zuschauer“ müssen sich eingestehen, dass das auf die eine oder andere Weise „gottgefällige“ Leben vertan ist. Gelohnt hat es sich auch nicht, denn leider ist der Himmel ein point of no return, so dass die Einsicht zu spät kommt und die Reue vergebens ist.


Sartres Vision von der Hölle in „Geschlossene Gesellschaft“ mag Pate gestanden haben bei dieser Satire über den Himmel. Die stark chromatische, farbig-lyrische, bisweilen groteske Musik aus derselben Feder hat ihre Wurzeln bei Debussy, dem späten Wagner und Alban Berg. „Kein Wille geschehe“ ist kammermusikalisch besetzte und „durchkomponiert“, aber plötzliche Einbrüche der (diatonischen) himmlischen Sphäre sorgen für eine verständliche Gliederung.

Kein Wille geschehe – Kammeroper von Andreas Winkler
Eine Pfarrerin, ein katholischer Gelehrter und eine (Theologie-) Studentin… Es scheint ein religiöser Abend zu werden. Aber weit gefehlt. Die drei sind nach ihrem Ableben im Himmel angekommen und werden von dem Nachfolger Petri (Petrinus) in einen gemeinsamen Raum gebracht. Dort lernen sie sich kennen und reflektieren ihre Leben. Es wird klar, dass sie auf Erden als „Opfer“, „Täter“ und „Zuschauer“ agiert haben. Dieses Leben würden sie ändern wollen. Dafür ist es nun aber zu spät. Sie werden damit „leben“ müssen, dass ihre Aussichten schlechter sind, als sie gedacht haben ...